Hauptmenü
Kreisverband
Im Rahmen einer Züchterschulung zur Rasse "Helle Großsilber" unter der Federführung des 1. Kreisverbandszuchtwerbewarts, Paul Zwiener, fanden am 16. 04. 2009 verschiedene Ehrungen durch den Kreisverbandsvorsitzenden, Arnold Straubhaar, statt.
Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden die Zuchtfreunde Reinhard Rauff vom Verein W 142 Bad Holzhausen und Dieter Tasche vom Verein W 800 Kuhlenkamp mit der großen goldenen Ehrennadel des Landesverbands wurden ausgezeichnet.
Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten die Zuchtfreunde Rolf Brinkmann vom Verein W 171 Bad Oeynhausen - Werste, Alfred Daun und Siegbert Neuhaus vom Verein W 407 Schnathorst die goldene Ehrennadel des Landesverbandes.
Mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbands wurden für 25-jährige Mitgliedschaft die Zuchtfreunde Gerhard Brinkmann und Ewald Jesse vom Verein W 171 Bad Oeynhausen - Werste sowie Mona und Gerhard Buschjost vom Verein W 654 Bad Oeynhausen - Lohe ausgezeichnet.
Die Züchterin Annegret Brackmann und der Züchter Karl-Heinz Heidenreich vom Verein W 624 Bad Oeynhausen - Werste hatten die Qualifikation zur Schulungswartin bzw. zum Schulungswart erworben. Ihnen wurden die Urkunden des Landesverbands überreicht.
Die Geehrten von links nach rechts:
Reinhard Rauff, Rolf Brinkmann, Siegbert Neuhaus, KV-Vorsitzender Arnold Straubhaar,
Dieter Tasche, Karl-Heinz Heidenreich, Annegret Brackmann, Paul Zwiener.
Die Züchterin Hannelore Schlingmann von der Handarbeits- und Kreativgruppe des W 248 Bad Holzhausen und der Züchter Paul Zwiener vom Verein W 92 Hahlen - Holzhausen hatten auf der Kreisschau 2008 jeweils die silberne Medaille der Landwirtschaftskammer Westfalen errungen. Auch ihnen wurden nun die entsprechenden Urkunden überreicht.
Paul Zwiener referierte zu Beginn der Schulung kurz zum Thema Zahnfehlstellungen bei Kaninchen und wies auf die Notwendigkeit hin, die Zähne unserer Rassekaninchen, insbesondere der heranwachsenden Jungtiere regelmäßig zu überprüfen.
Dabei sei festgestellten Anomalien stets durch Ausschluss betreffender Tiere aus der Weiterzucht zu begegnen.
Zur persönlichen Vertiefung des Eingangsthemas teilte Paul Zwiener ein vorbereitetes Info-Blatt an die anwesenden Züchterinnen und Züchter aus.
Das anschließende Hauptthema der Schulung umfasste die Darlegung der besonderen Merkmale und Schwierigkeiten bei der Züchtung der Rasse „Helle Großsilber“.
Dazu hatte Zuchtfreund Carsten Heinrich zwei Rammler aus seiner Zucht zur Begutachtung zur Verfügung gestellt. Der Züchter erläuterte in Ergänzung zu den Ausführungen von Paul Zwiener seine persönlichen Erfahrungen in der Zucht der Helle Großsilber.
Im Anschluss an den theoretischen Teil der Schulung berief Paul Zwiener jeweils zwei Gruppen aus den anwesenden Züchterinnen und Züchtern pro Tier zu deren Bewertung ein.
Als durchaus nicht einfach, aber jedenfalls sehr lehrreich empfanden die Teilnehmenden der Schulung die Bewertung und den anschließenden Vergleich ihrer eigenen Punktevergabe mit den tatsächlich durch Preisrichter vorgenommenen Bewertungen der beiden gezeigten Tiere.
Paul Zwiener verstand es dabei treffend, die festzustellenden Parallelen sowie Abweichungen fachkundig herauszustellen, so dass die Schulung damit insgesamt als sehr bereichernd – auch für die Züchterinnen und Züchter anderer Rassen – empfunden werden konnte.
Das Gebiss und Zahnanomalien von Kaninchen
Das Gebiss hat die Aufgabe, das Futter zu zerkleinern. Mit den Schneidezähnen erfasst das Kaninchen die Nahrung, nagt diese ab und gibt sie an die Backenzähne weiter wo sie zerkleinert und eingespeichelt wird.
Das Milchgebiss zählt nur 16 Zähne, davon sind die 4 Schneidezähne und 2 kleine Schneidezähne, auch Stiftzähne genannt, bleibende Zähne. Bei der Geburt bringt das kleine Kaninchen bereits die 4 Schneidezähne und 2 Stiftzähne, die noch schwach entwickelt sind, mit auf die Welt.
Mit Beginn des Fressens, beginnt auch das Wachstum der Zähne. Das Milchgebiss wird ähnlich wie das erste Haarkleid in den ersten 5 - 6 Wochen gewechselt. Werden die jungen Kaninchen abgesetzt, dann haben sie bereits das volle Gebiss mit 28 Zähnen. Das sind bleibende Zähne.
Die Zähne des Kaninchens sind wurzellos. Sie wachsen ständig.
Im Oberkiefer hat das Kaninchen 16 Zähne:
2 Schneidezähne
2 kleine Schneidezähne (Stiftzähne)
12 Backenzähne.
Zwischen den Schneidezähnen und Backenzähnen befindet sich – je nach Größe der Kaninchen – ein ca. 3 cm breiter Zwischenraum.
Im Unterkiefer hat das Kaninchen 12 Zähne:
2 Schneidezähne
10 Backenzähne.
Die 4 Schneidezähne und 2 kleinen Stiftzähne sind für uns Züchter besonders wichtig. Wir haben darauf zu achten, dass sie normal gewachsen sind und auch normal lang. Die Schneidezähne und Stiftzähne sind fest im Kiefer verankert. Sie haben die Eigenschaft dauernd zu wachsen. Wöchentlich ca. 2 mm. Das Abschleifen/Abnutzen der Zähne erfolgt beim Nagen der harten Futtermittel.
Pelletts, hartes Brot, Heu, Stroh, Zweige, Nagebrett usw. Dadurch ist die Zähnlänge immer normal und lebenswichtig.
Die 4 Schneidezähne sind immer meißelscharf und mit einer Hartsubstanz überzogen. Sie werden durch die Benutzung nicht stumpf, sondern schleifen sich dadurch ab. Die Vorderseite der unteren Schneidezähne schleifen sich an der hinteren Seite der oberen Schneidezähne ab.
Zahnanomalien
Sie treten in der Jugend, aber auch im Alter auf. Die 2 Schneidezähne im Unterkiefer, bei einem normal entwickelten Gebiss, greifen hinter die 2 Schneidezähne im Oberkiefer und finden ihren
Widerstand bei den Stiftzähnen. Der Zahnabstand der Schneidezähne muss stimmen. Stimmt er nicht - z.B. wenn der Oberkiefer kürzer ist - treffen die Schneidezähne des Oberkiefers und Unterkiefers aufeinander. Man erkennt es auch an den stumpfen, gleichmäßig abgenagten Zähnen. Der sogenannte Aufbiss (Aufbeißer).
Bei stark verkürztem Oberkiefer haben die Schneidezähne keinen Widerstand und auch keine Abnutzung. Sie können unkontrolliert wachsen und rollen sich meistens im Maulraum ein.
Tiere mit Zahnanomalien sollten nicht in der Zucht verwendet werden. Hier handelt es sich um eine rezessive Erbanlage, die verdeckt weitervererbt wird. Sie tritt in Erscheinung, wenn die Elterntiere die gleiche (rezessive) Erbanlage besitzen.
Stellt ein Preisrichter ein anomales Gebiss fest, wird das Tier von der Bewertung ausgeschlossen. Man sollte demnach vor jeder Schau das Gebiss kontrollieren.
Zahnkrankheiten
Zahnkranke Kaninchen können an Entkräftung eingehen, da sie wegen Schmerzen kein Futter aufnehmen. Auch Verdauungsstörungen werden oft durch Zahnprobleme verursacht. Zahnkrankheiten festzustellen, ist nicht einfach, weil die Backenzähne i.d.R. schwer zu übersehen sind und noch schwieriger zu behandeln.
Beim Kauakt können sich harte Futterteilchen zwischen Zähne und Zahnfleisch einschieben und als Fremdkörper zu Entzündungen führen. Auch Eiterungen stellen sich ein, wobei Ober oder Unterkiefer angegriffen wird.
Es ist sogar möglich, dass der Entzündungsherd über den Tränenkanal auf die Augenhöhlen übergreift. In der Regel werden die Zahnentzündungen zu spät erkannt.
Hier entsprechende Abbildungen verschiedener Zahnanomalien:
Ich hoffe ich habe mit meinem Beitrag das Wissen unserer Züchterinnen und Züchter wieder etwas aufgefrischt und ergänzt.
Für den Inhalt der Schulung:
Paul Zwiener, KV-Zuchtwart